Gemeinsam gegen PPMS e.V.

Interview-Zusammenfassung: Matthias im Gespräch mit Dr. Denis Fedorenko (HSCT Moskau)

09.06.2026


  1. Wissenschaftlicher Hintergrund & Entwicklung des Moskauer HSCT‑Programms

Dr. Denis Fedorenko ist Professor für Medizin, Hämatologe und Leiter der Autoimmun‑Transplantationseinheit am staatlichen Pirogow‑Zentrum in Moskau.

  • Pionierarbeit in Russland — Die erste HSCT bei MS in Russland wurde 1999 von Prof. Andrei Novik durchgeführt. Fedorenko war sein Postdoktorand und folgte ihm 2005 nach Moskau, wo sie eine große staatliche Transplantationsabteilung aufbauten.
  • Fokus auf Autoimmunerkrankungen — Neben Blutkrebs behandelt das Zentrum seit 2005 systematisch Autoimmunerkrankungen, insbesondere MS, aber auch rheumatologische und seltene systemische Erkrankungen.
  • Internationale Öffnung — Seit Ende 2011 werden internationale Patienten behandelt. Die ersten kamen aus Australien, Großbritannien und den USA – alle mit erfolgreichen Ergebnissen.
  • Größte Erfahrung weltweit — Bis heute wurden über 3.000 MS‑Patienten transplantiert, davon mehr als 2.300 internationale Patienten – die weltweit größte Fallzahl eines einzelnen Zentrums.

  1. Medizinische Prinzipien & Weiterentwicklung der Therapie

Dr. Fedorenko erklärt detailliert, wie sich das Moskauer Protokoll entwickelt hat und welche wissenschaftlichen Überlegungen dahinterstehen.

  • Warum HSCT wirkt — MS ist ein Fehler des Immunsystems: T‑ und B‑Zellen greifen Myelin an. HSCT entfernt dieses fehlgeleitete Immunsystem („Lymphablation“) und baut ein neues, gesundes Immunsystem auf.
  • Moderne Protokolle — Das aktuelle Moskauer Protokoll basiert auf Fludarabin + Cyclophosphamid, ergänzt durch hochdosiertes Rituximab.
    Vorteile: tiefere Lymphozyten‑Depletion, höhere Wirksamkeit, deutlich geringere Toxizität.
  • Sicherheit — Seit Einführung des neuen Protokolls (2021):
    0 % Sterblichkeit, keine Intensivstationsfälle.
  • Zweite HSCT — Für seltene Rückfälle existiert ein eigenes Programm mit verstärkter Chemotherapie und intrathekaler Behandlung. Rund 50 Patienten wurden erfolgreich re‑transplantiert.

  1. Zusammenarbeit & internationale Vernetzung
  • Freundschaft mit Dr. Burt — Fedorenko und Burt kennen sich seit 1999, treffen sich regelmäßig auf internationalen Konferenzen und wurden gemeinsam für den Preis „Pioneer in Medicine“ nominiert.
  • Austausch mit Dr. Ruiz — Beide Zentren kennen sich gut; unterschiedliche Protokolle, aber viele erfolgreiche Patienten.
  • Weltweite Patienten — Trotz fehlender Direktflüge ist die Anreise unkompliziert (z. B. über Istanbul oder Belgrad). Patienten aus Europa, Australien und den USA reisen regelmäßig an.

  1. Zukunft der MS‑Therapie

Dr. Fedorenko beschreibt eine dreistufige Vision für die zukünftige Behandlung von MS:

  • 1. Lymphablation — Entfernung des fehlgeleiteten Immunsystems durch gezielte Chemotherapie.
  • 2. Immunregulation — Einsatz regulatorischer T‑Zellen, um das neue Immunsystem stabil zu halten.
    → 2026 führte Moskau die weltweit erste HSCT + T‑Reg‑Kombination bei einer Patientin durch.
  • 3. Regeneration — Mesenchymale Stammzellen (MSC) können unterstützen, aber nicht reparieren.
    Die Zukunft liegt in iPSC‑Zellen, die echte Remyelinisierung ermöglichen könnten.

  1. Patientenerfahrung, Motivation & Philosophie
  • Ganzheitlicher Ansatz — HSCT ist nur ein Teil der Therapie. Ebenso wichtig sind:
    psychologische Unterstützung, Lebensstil, Rehabilitation, Motivation.
  • Heilungsoption statt Modifikation — Laut Fedorenko (und Burt) ist HSCT die einzige Therapie, die MS potenziell heilen kann, nicht nur verlangsamt.
  • Mentale Stärke — „Die MS aus dem Kopf zu löschen ist genauso wichtig wie die Chemotherapie.“
    Glaube an den Erfolg, Willenskraft und aktive Mitarbeit sind entscheidend.

  1. Praktische Hinweise für Patienten
  • Anreise & Visa — Touristenvisum + Einladung der Klinik; unkompliziert, aber etwas mehr Aufwand als vor der Pandemie.
  • Sicherheit in Moskau — Laut Fedorenko: sicher, viele Patienten nutzen die Zeit für Ausflüge.
  • Kontakt & Betreuung — Die Klinik begleitet Patienten eng, u. a. durch Koordinatorin Anastasia.

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André Decher

Geburts­datum

29. Dezember 1978

Wohnort

Schlitz bei Fulda, Hessen, Deutschland

Ausbildung und Beruf
Familie

Verheiratet (seit 2009), 2 Kinder (Tochter 2012, Sohn 2015)

MS-Diagnose

2007 erhalten

Therapie
Krankheitsverlauf

Kleinere Verbesserungen erlebt, aber (noch) keine großen Fortschritte.
Seit etwa zehn Jahren im Rollstuhl.

Mein Reiseblog

Herzlich willkommen auf meinem Blog! Hier möchte ich meine persönlichen Erfahrungen und Reiseberichte mit euch teilen, nachdem ich die HSCT-Behandlung durchlaufen habe. Ihr werdet Einblicke in meine persönlichen Erfahrungen vor, während und nach der Therapie erhalten.

Lena Meiering

Alter bei Trans­plantation

37 Jahre jung

Familien­stand

verheiratet, 2 Kinder (6 und 3 Jahre alt)

Diagnose

PPMS, Erstdiagnose April 2022, Gehdistanz zu dem Zeitpunkt: unbegrenzt

Therapie
Bezahlung

erfolgreiche Spendenaktion über GoFundMe, aktuell im Rechtsstreit mit der Krankenkasse

Mein Reiseblog

In diesem Blog nehme ich euch mit auf meine Reise durch das Leben mit PPMS. Ich werde meine persönlichen Erfahrungen, Gedanken und Emotionen während meiner Therapie und darüber hinaus mit euch teilen.

Michael Paulus

Alter bei Trans­plantation

46 Jahre

Familien­stand

Verheiratet, 2 Kinder (14 und 17 Jahre)

Hobbies vor MS

Laufen (3-5x / Woche, Hobby-Läufer, Marathon), Fahrrad, Fußball, Fitness-Studio, viel Bewegung als Ausgleich zum büro- und auto-lastigen Job

Erste Symptome

Irgendwann in 2016; Stolpern und Stürzen bei langen Waldläufen ab 25 km. Plötzlich waren kleine Steine, Wurzeln oder Unebenheiten ein Problem. Letztmalig habe ich 2021 versucht zu Laufen / Joggen und bin 2 km weit gekommen.

Diagnose

Juli 2022 (Diakonissen KH Mannheim). Gehdistanz zum Zeitpunkt der Diagnose: ca. 4 km

Therapie

Mein Reiseblog zur Therapie in Mexiko

In diesem Blog werde ich meine Erfahrungen, Gedanken und Emotionen während meiner Reise nach Mexiko und meiner aHSCT-Behandlung mit euch teilen. Ihr werdet Einblicke in den Alltag vor und nach der Transplantation erhalten, meine Höhen und Tiefen miterleben und hoffentlich Inspiration und Mut schöpfen, wenn ihr eure eigenen Herausforderungen bewältigt.

Vielen Dank, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet. Lasst uns gemeinsam die Welt der aHSCT erkunden und die positiven Veränderungen feiern, die sie in meinem Leben und vielleicht auch in eurem Leben bewirken kann.