HSCT Mexiko: Behandlungsergebnisse und Erfolgsraten
Dr. Ruiz berichtet, dass in seinem Zentrum bislang 1.969 MS‑Patienten eine HSCT erhalten haben. Die Auswertung zeigt:- 30 % stabilisieren ihre Erkrankung dauerhaft
- 40 % zeigen eine neurologische Verbesserung
- 20 % sprechen nicht ausreichend an
Was die „mexikanische Methode“ besonders macht
Dr. Ruiz beschreibt zwei zentrale Merkmale seines Protokolls:
Cyclophosphamid in zwei Behandlungsblöcken
Die Konditionierung erfolgt mit insgesamt 200 mg/kg Cyclophosphamid, verteilt auf zwei Blöcke.
Diese Aufteilung soll laut seinen Daten:
- Komplikationen reduzieren
- Nieren‑, Herz‑ und Blutbildtoxizität senken
- die Behandlung verträglicher machen
Keine Kryokonservierung der Stammzellen
Die Stammzellen werden nicht eingefroren, sondern frisch reinfundiert.
Vorteile laut Dr. Ruiz:
- geringere Nebenwirkungen
- keine DMSO‑Toxizität
- niedrigere Kosten
- hohe Sicherheit im ambulanten Setting
Durch dieses Vorgehen können 97 % der Behandlungen ambulant durchgeführt werden; nur 3 % benötigen eine stationäre Aufnahme.
Vergleich mit internationalen HSCT‑Programmen
Im Gespräch verweist Dr. Ruiz auf Unterschiede zu anderen Ländern:
- In Großbritannien treten häufiger Virus‑Reaktivierungen (z. B. CMV, BK‑Virus) auf.
- Er führt dies auf den Einsatz von ATG zurück, das in Mexiko nicht verwendet wird.
- Sein Protokoll soll laut seinen Angaben „gleich effektiv, aber weniger toxisch“ sein.
Wer ein guter Kandidat für HSCT ist
Dr. Ruiz vertritt eine klare Position:
HSCT sollte frühzeitig eingesetzt werden – idealerweise als Erstlinientherapie bei aktiver MS.
Patienten profitieren besonders, wenn:
- sie jung sind
- die Erkrankung aktiv ist
- keine oder wenige Vortherapien erfolgt sind
- keine schweren Begleiterkrankungen bestehen
Er betont, dass Patienten ohne vorherige DMTs in seiner Erfahrung bessere Ergebnisse erzielen.
Beispiele aus der Praxis
Im Interview werden mehrere Patienten erwähnt, die nach HSCT:
- wieder Marathons laufen,
- seit vielen Jahren ohne Medikamente stabil sind,
- oder trotz vorheriger Ablehnung in anderen Ländern deutliche Verbesserungen zeigen.
Zukunft: MSC‑Therapie als Ergänzung
Dr. Ruiz plant, zusätzlich eine MSC‑Therapie (mesenchymale Stammzellen) anzubieten.
Wesentliche Punkte:
- MSC sollen 6–12 Monate nach HSCT verabreicht werden
- vermutlich intrathekal
- Ziel: schnellere Regeneration und zusätzliche funktionelle Verbesserungen
- Die Umsetzung hängt noch von regulatorischen Freigaben ab
HSCT und Gehirnvolumen
Laut Dr. Ruiz kann HSCT nicht nur die MS‑Aktivität stoppen, sondern auch die durch MS verursachte Gehirnatrophie verlangsamen oder stabilisieren.
Abschließende Botschaft von Dr. Ruiz
Er empfiehlt MS‑Patienten, so früh wie möglich über eine HSCT nachzudenken, da frühe Interventionen die besten Ergebnisse erzielen.